Der Return on Invest beim DVT

Ein eigenes DVT-Gerät eröffnet einer Zahnarztpraxis neue diagnostische Möglichkeiten. Vor der Anschaffung steht jedoch eine ganz praktische Frage: Welchen Nutzen bringt die Investition für die eigene Praxis – klinisch, organisatorisch und wirtschaftlich?

Die Antwort findet sich selten im Geräteangebot allein. Kaufpreis und monatliche Rate zeigen, was die Technik kostet. Ob sie sich trägt, entscheidet sich dagegen im täglichen Einsatz: bei der Auswahl geeigneter Untersuchungen, in der Behandlungsplanung, im Zusammenspiel des Teams und in der Organisation der Patientenwege.

Wer den Return on Invest beurteilen möchte, sollte deshalb bei der eigenen Praxis beginnen.

Erst den Bedarf prüfen, dann das Gerät auswählen

Eine belastbare Planung setzt voraus, dass die vorgesehenen Einsatzbereiche klar sind. Welche Behandlungen gehören bereits zum Praxisspektrum? Wo fehlen heute dreidimensionale Informationen? Und welche Abläufe werden durch externe Bildgebung aufwendig oder langsam?

In einer implantologisch tätigen Praxis können andere Anforderungen bestehen als in einer Praxis mit endodontischem Schwerpunkt. Auch oralchirurgische Fragestellungen und komplexe restaurative Planungen können eine Rolle spielen. Entscheidend ist, für welche klinisch begründeten Untersuchungen das Gerät tatsächlich benötigt wird.

Besonders greifbar wird der wirtschaftliche Nutzen, wenn bereits entsprechende Behandlungsfälle vorhanden sind. Dann unterstützt die Investition einen bestehenden Bedarf. Soll die DVT dagegen Teil eines neuen Leistungsbereichs werden, müssen dessen Aufbau und die dafür notwendige Zeit in die Planung einfließen.

Ein sinnvoller Ausgangspunkt ist ein Blick auf die vergangenen Monate: Wie viele Patienten wurden für eine entsprechende Aufnahme überwiesen? Wie oft musste die weitere Planung bis zum Eingang externer Bilder warten? Welche Behandlungen hätten mit einer verfügbaren Aufnahme früher geplant werden können?

Diese Bestandsaufnahme liefert eine bessere Grundlage als eine Kalkulation, die von Beginn an eine hohe Auslastung voraussetzt.

Was eine eigene DVT im Praxisablauf verändert

Der Nutzen eines eigenen Geräts beginnt häufig schon vor der eigentlichen Behandlung. Wenn eine erforderliche Aufnahme vor Ort erstellt werden kann, entfallen zusätzliche Wege und Abstimmungen mit externen Einrichtungen. Bildgebung, Befundbesprechung und weitere Planung lassen sich enger miteinander verbinden.

Für Patienten kann das einen übersichtlicheren Behandlungsablauf bedeuten. Das Praxisteam muss weniger externe Termine koordinieren und Unterlagen nachfordern. Die Behandler können auf die verfügbaren Aufnahmen zugreifen und die nächsten Schritte darauf abstimmen.

Auch das Patientengespräch kann profitieren. Räumliche Zusammenhänge lassen sich anhand der Bilder anschaulich erläutern. Das kann helfen, Befunde und vorgeschlagene Behandlungen besser zu verstehen. Ob daraus eine Behandlungsentscheidung entsteht, hängt weiterhin vom jeweiligen Fall und den Bedürfnissen des Patienten ab.

Wirtschaftlich relevant sind damit mehrere Effekte: Einnahmen aus der Bildgebung, mögliche Beiträge nachfolgender Behandlungen und eingesparte organisatorische Arbeit. Für eine nachvollziehbare Bewertung sollten diese Bereiche getrennt betrachtet werden.

Drei Bausteine der Wirtschaftlichkeit

1. Einnahmen aus den Aufnahmen

Direkt berechnete DVT-Leistungen lassen sich vergleichsweise einfach erfassen. Grundlage der Planung sind die realistisch zu erwartende Zahl klinisch erforderlicher Aufnahmen und der jeweils angesetzte Erlös. Das Aufnahmevolumen ergibt sich aus dem diagnostischen Bedarf.

2. Beiträge aus anschließenden Behandlungen

Eine DVT-Aufnahme kann die Planung einer Behandlung unterstützen, die anschließend in der eigenen Praxis durchgeführt wird. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung zählt dabei nur der zusätzliche wirtschaftliche Beitrag, der nachvollziehbar mit der Investition zusammenhängt. Bereits bestehende Behandlungsumsätze sollten nicht vollständig als neuer Ertrag angesetzt werden.

3. Entlastung in den Arbeitsabläufen

Weniger Koordination, kürzere Wartezeiten auf Bilddaten und besser aufeinander abgestimmte Termine können Ressourcen freisetzen. Diese Vorteile sind schwieriger zu beziffern als eine Aufnahmegebühr. Dennoch lohnt es sich, den tatsächlichen Zeitaufwand vor und nach der Einführung zu vergleichen.

Ein Rechenbeispiel zur ersten Orientierung

Angenommen, ein DVT-System kostet 75.000 Euro. Verteilt man die Anschaffungskosten rechnerisch auf 60 Monate, ergibt sich ein monatlicher Betrag von 1.250 Euro.

Bei angenommenen zwölf Aufnahmen pro Monat und einem beispielhaften Erlös von 277,90 Euro je Aufnahme entstehen folgende Werte:

PositionBetrag pro Monat
Einnahmen aus zwölf DVT-Aufnahmen3.334,80 Euro
Auf fünf Jahre verteilte Anschaffungskosten1.250,00 Euro
Rechnerische Differenz2.084,80 Euro

Diese Differenz ist noch kein Gewinn. Sie berücksichtigt weder Finanzierungskosten noch laufende Aufwendungen, etwa für Personal, Software, Wartung und Service. Auch einmalige Kosten für Installation, Raumvorbereitung und Schulungen müssen in eine vollständige Berechnung einfließen.

Der angesetzte Aufnahmeerlös dient hier ausschließlich als Rechenannahme. Zwölf Aufnahmen monatlich sind ebenfalls eine eigenständige Planungsannahme; sie entsprechen nicht exakt einem Jahresdurchschnitt von drei Aufnahmen pro Woche.

Das Beispiel zeigt, welchen Beitrag Aufnahmeerlöse zur Deckung der Investition leisten können. Für die Kaufentscheidung braucht es zusätzlich eine Betrachtung aller Kosten und des realistischen Nutzungsverlaufs.

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten

Bei der Gegenüberstellung verschiedener Angebote lohnt sich der Blick auf die gesamte Nutzungsdauer. Neben dem Gerät selbst gehören dazu Software und Lizenzen, Installation, räumliche Anpassungen, Schulungen sowie Wartungs- und Serviceleistungen.

Ebenso wichtig ist der Zeitbedarf im Alltag. Eine Aufnahme umfasst mehr als den eigentlichen Scan: Vorbereitung, Patientenpositionierung, Datenverarbeitung und Befundung beanspruchen personelle Ressourcen. Diese Arbeit sollte in der Kalkulation berücksichtigt werden.

Auch die Betreuung durch den Anbieter hat wirtschaftliche Bedeutung. Wie schnell ist Unterstützung bei einer Störung verfügbar? Welche Leistungen sind vertraglich enthalten? Wie wird das Team eingearbeitet? Längere Ausfallzeiten können geplante Untersuchungen verzögern und zusätzlichen Organisationsaufwand verursachen.

Ein günstiger Anschaffungspreis ist deshalb nur dann überzeugend, wenn das Gesamtpaket zur Praxis passt.

Das passende System erleichtert die regelmäßige Nutzung

Ein Gerät wird vor allem dann sinnvoll eingesetzt, wenn seine Eigenschaften mit den klinischen Anforderungen und den Arbeitsabläufen übereinstimmen.

Dazu gehören das geeignete Aufnahmevolumen beziehungsweise Sichtfeld (Field of View, FoV), eine für die vorgesehenen Fragestellungen geeignete Bildqualität, eine verständliche Software und eine praktikable Patientenpositionierung. Ebenso müssen Platzbedarf und Einbindung in die vorhandene Praxisorganisation passen.

Zu umfangreiche Ausstattung kann Kapital binden, ohne im Alltag ausreichend genutzt zu werden. Ein zu knapp gewähltes System kann dagegen die geplante Entwicklung der Praxis begrenzen. Die Auswahl sollte daher sowohl den heutigen Bedarf als auch realistische Erweiterungen des Behandlungsspektrums berücksichtigen.

Eine hilfreiche Frage für die Gerätevorführung lautet: Wie gut lässt sich mit diesem System ein typischer Fall aus unserer eigenen Praxis bearbeiten? An einem konkreten Ablauf werden Unterschiede oft deutlicher als an einer langen Funktionsliste.

Wirtschaftlichkeit entsteht durch ein vorbereitetes Team

Mit der Lieferung des Geräts beginnt die praktische Einführung. Ihr Erfolg hängt davon ab, ob Zuständigkeiten, Abläufe und Schulungen rechtzeitig geklärt sind.

Wer übernimmt die Aufnahme? Wie wird die Patientenpositionierung trainiert? Welche Protokolle werden verwendet? Wie gelangen die Daten in die Behandlungsplanung, und wer kümmert sich bei Problemen um die Abstimmung mit dem Service?

Wenn diese Fragen offenbleiben, kann selbst ein technisch leistungsfähiges System im Alltag umständlich werden. Unsicherheit kostet Zeit und erschwert eine routinierte Nutzung.

Eine strukturierte Einarbeitung sollte deshalb als Teil der Investition eingeplant werden. Dazu gehören ausreichend Übungszeit, klare Ansprechpartner und die Möglichkeit, Fragen aus den ersten praktischen Anwendungen nachzuschulen.

Auch die Anlaufphase braucht realistische Erwartungen. Nicht jede Praxis erreicht sofort die geplante Nutzung. Neue Abläufe müssen sich einspielen, und ein neu aufgebauter Behandlungsbereich entwickelt sich meist schrittweise. Diese Zeit gehört in die Wirtschaftlichkeitsplanung.

Nach der Einführung mit tatsächlichen Zahlen weiterarbeiten

Die erste Kalkulation ist eine Prognose. Nach einigen Monaten lässt sich prüfen, wie gut die Annahmen zum Praxisalltag passen.

Dafür sind vor allem folgende Fragen hilfreich:

  • Wie viele klinisch erforderliche Aufnahmen werden tatsächlich erstellt?

  • Welche laufenden Kosten entstehen?

  • Wie viel Zeit benötigt das Team je Untersuchung?

  • Welche externen Abstimmungen oder zusätzlichen Termine entfallen?

  • Welche nachfolgenden Behandlungen lassen sich nachvollziehbar mit der erweiterten Diagnostik verbinden?

  • Wo bestehen noch Schulungsbedarf oder Hindernisse im Ablauf?

So wird aus einer einmaligen Kaufrechnung eine fortlaufende Bewertung. Bei Abweichungen lässt sich gezielt nachsteuern – beispielsweise durch bessere Organisation, ergänzende Schulungen oder angepasste Arbeitsabläufe.

Wann sich die Investition trägt

Ein eigener DVT kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn klinischer Bedarf, passende Technik und eine gute Umsetzung zusammenkommen. Die Voraussetzungen sind besonders günstig, wenn die Praxis bereits entsprechende Behandlungen durchführt und externe Bildgebung regelmäßig zusätzliche Wege oder Verzögerungen verursacht.

Der Return on Invest zeigt sich dann in mehreren Bereichen: in den Erlösen aus erforderlichen Aufnahmen, in den wirtschaftlichen Beiträgen unterstützter Behandlungen und in effizienteren Abläufen.

Die entscheidende Frage vor der Anschaffung lautet deshalb: Welchen konkreten Beitrag soll dieses Gerät in unserer Praxis leisten – und wie werden wir diesen Beitrag überprüfen?

Wer das beantworten kann, schafft eine belastbare Grundlage für die Investition. Damit wird die DVT zu einem gezielt eingesetzten Bestandteil der Praxisentwicklung.